Anhaltende Proteste in Belarus

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Seit über elf Wochen gehen in Belarus immer wieder über zehntausend Menschen auf die Straße und protestieren gegen Präsident Alexander Lukaschenko. Dabei nimmt die Gewalt der Polizei und Soldaten gegenüber den Demonstrierenden immer mehr zu. Doch das kann die Menschen dort nicht aufhalten und die Proteste gehen weiter. Grund dafür sind die Präsidentschaftswahlen von Anfang August. Dort wurde Lukaschenko mit großer Mehrheit als neuer Präsident wiedergewählt. Doch viele vermuten, dass bei der Wahl betrogen wurde und er nur so gewinnen konnte. Von der EU wird das Wahlergebnis auch nicht anerkannt. Durch die Proteste wollen die Menschen Lukaschenko zum Rücktritt zwingen.

Bei den Protesten waren auch immer Polizei und Soldaten vor Ort. Dabei waren die Einsatzkräfte sehr gewalttätig und verwendeten harte Mittel, wie Tränengas und Wasserwerfer. Lukaschenko drohte auch immer wieder damit, Menschen zu erschießen. Diese heftigen Mittel dienen hauptsächlich zur Verängstigung. Bei den ganzen Protesten gab es auch einige Festnahmen. Die Polizei will die Proteste verhindern. Das ging schon so weit, dass zum Beispiel in der Hauptstadt Minsk Stacheldraht aufgebaut wurde, oder das Internet für mehrere Stunden lahmgelegt wurde.

Gegen Lukaschenko gibt es viele Kritiker. Seit 26 Jahren ist er schon Präsident von Belarus. Viele Leute kritisieren, dass er größtenteils an seine eigenen Vorteile denkt und nicht an die seines Landes. Außerdem haben die Menschen dort kaum Mitspracherecht und können auch nicht immer ihre freie Meinung sagen. Wer den Präsidenten und die Regierung kritisiert, kann häufig mit Gefängnisstrafen rechnen. Viele Bewohner finden also, dass es Zeit für einen Nachfolger ist.

Viele Bürger hatten gehofft, dass Swetlana Tichanowskja die Wahl gewinnt und sich einiges in Belarus ändert. Die Länder der EU und viele andere erkennen Alexander Lukaschenko nicht mehr als Präsident von Belarus an. Nur Russland und China halten noch zu ihm. Die Einwohner in Belarus hoffen jetzt auf eine Wahlwiederholung.