Der Ort Ischgl in Österreich hat bereits zu Beginn der Pandemie bewiesen, wie schnell sich Ansteckungen auf der Skipiste verbreiten können. Dennoch fliehen aktuell viele Leute vor dem Corona-Blues in den Schnee. Das Sauerland oder auch das Harz beklagen einen Ansturm, der nicht mehr zu bewältigen sei. Da touristische Reisen noch immer verboten sind, stauen sich die Tagesausflügler morgens auf den Zugangsstraßen, parken teilweise private Einfahrten zu, halten sich nicht an die Corona-Regeln. Ein Ort steht aktuell besonders im Fokus: Winterberg. Hier hat die Stadt bereits große Parkplätze abgeriegelt und setzt die Polizei ein, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Man wolle es den Menschen so unangenehm wie möglich machen, nach Winterberg zu kommen, hatte der Bürgermeister des kleinen Ortes im Sauerland verkündet. Er selbst war bereits mit Corona infiziert und musste einen schweren Verlauf überstehen. Ein Ischgl-Rückkehrer hatte ihn angesteckt.

Winterberg hat mittlerweile einen Vorzeigecharakter. Immer mehr Städte riegeln sich ab, um nicht zu neuen Hotspots zu werden. Das sorgt für Frust bei den Anwohnern und begeisterten Skifahrern gleichermaßen. In unserem Nachbarland Österreich, wo der Lockdown noch härter und die Inzidenzen noch höher sind, geht es schließlich auch, argumentieren viele. Hier sind die Skipisten weiterhin geöffnet. Die Regierung ruft sogar dazu auf, draußen Sport zu treiben. Braucht Deutschland also nur eine bessere Strategie? Ganz so einfach ist es nicht, denn in Österreich ist das Angebot vielfältiger. Alle Outdoor-Sportangebote sind hier geöffnet. Die Menschen verteilen sich daher nicht nur auf Skipisten, sondern auch auf Langlaufloipen und Eisflächen, Rodelbahnen und Fußballplätze. Darüber hinaus hat die österreicherische Regierung die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske angeordnet und setzt zahlreiche Ordner ein, um diese durchzusetzen. Dennoch kam es bereits zur Schließung einzelner Gebiete, weil zu viele Besucher anreisten. Deutschland ist also mit dem Problem des Skitourismus nicht allein.