Die Situation von Kindern und Jugendlichen im Home-Schooling wird aktuell nicht nur in der Politik kontrovers diskutiert. In dieser Debatte werden allerdings all jene vergessen, die gerade studieren. Sie sind teilweise noch stärker von der Pandemie betroffen, fallen aber durch das Raster. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier lädt daher einige von ihnen zu einer Audienz ein, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Diese ist vor allem schwierig, weil zahlreiche Nebenjobs wegfallen. Die Arbeit in der Gastronomie, der Eventszene oder in Geschäften in der Innenstadt ist komplett lahmgelegt. An Kinokassen oder hinter der Theke wird niemand mehr gebraucht. Die finanzielle Situation führt dazu, dass manche ihr Studium abbrechen oder zumindest pausieren müssen. Die Überbrückungshilfen vom Bund bringen dabei wenig, berichten die Studenten selbst. Sie werden nämlich nur ausgezahlt, wenn maximal 500€ auf dem Konto sind. In einer Stadt wie München sind 500€ allerdings so wenig, dass das Geld nicht einmal reichen würde, bis die Hilfen überwiesen sind. Die Studenten ziehen häufig schon vorher die Reißleine.

Schlimmer als in Deutschland ist die Situation aber in Frankreich. Hier musste die Regierung von Macron kürzlich sogar Mahlzeiten subventionieren, damit die Studenten nicht an Hunger leiden. Viele sind auf Lebensmittelspenden angewiesen und mit der Miete massiv im Rückstand. Ohne die Unterstützung durch die Familie würden einige sogar auf der Straße landen.

Neben diesen finanziellen Sorgen ist überall auch der Online-Unterricht ein Problem. Wer nicht die richtige Ausstattung oder das gute Wlan hat, wird abgehängt. Wer sich selbst nicht motivieren kann, täglich mehrere Stunden bewegungslos vor dem Laptop zu sitzen und zuzuhören, schreibt am Ende schlechtere Noten. Auch Studenten kurz vor dem Abschluss ihres Studiums sind von der Pandemie betroffen. Ihre Abschlussprüfungen werden teilweise auf eine unbekannte Zeit verschoben. Sie wissen nicht, ob sie diese in Präsenz oder digital ablegen können, wann sie letztendlich dran sind und somit auch nicht, wann sie mit der Jobsuche beginnen können. Immer größer wird die Angst vor der Arbeitslosigkeit nach dem Studium.

Physisch und psychisch leiden Studenten sehr unter der aktuellen Situation, weshalb viele Sozialverbände eine Erhöhung des Bafög und eine Betreuung durch die Universitäten fordern.  Hier verhält es sich wie an den Schulen auch: Es gibt engagierte Professoren und motivierte Studenten, aber eben auch das Gegenteil. Für Studenten, die gerade ihr erstes Semester begonnen haben, ist das vermutlich noch leichter zu ertragen als für die, die es anders kennen. Einen Hörsaal von innen zu sehen, das wünschen sie sich aber alle.