Im September sind wieder Bundestagswahlen und einen Kanzlerkandidaten hat bis jetzt nur die SPD mit Olaf Scholz gestellt. Die Grünen, die dieses Jahr zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen Kandidaten stellen werden, haben sich noch nicht entschieden, genauso wenig, wie die Union. Dort allerdings gibt es jetzt einen öffentlichen Zweikampf zwischen CDU Chef Laschet und CSU Chef Söder.

Denn beide wollen die Kanzlerkandidatur der Union. In dieser Woche tagten dann die beiden Gremien und die wenig überraschende Antwort: Die CSU will Söder, die CDU Laschet. In der CDU Sitzung war wenig bis keine Kritik zu hören. Und doch war es auffällig, wie wenig Mitglieder ein Plädoyer für den CDU-Kandidaten halten wollten. Einzig und allein Volker Bouffier trat nach der Präsidiumssitzung vor die Kameras, um seinen Parteifreund Laschet in den höchsten Tönen zu loben. Immer mit der Betonung, das sei noch kein Beschluss.

Nach der Sitzung des CSU-Präsidiums machte Söder deutlich, dass er das Rennen noch nicht als beendet ansieht. Am Sonntag pochte er noch darauf, die Entscheidung der klaren Mehrheit der CDU zu akzeptieren. Jetzt aber will Söder die Basis hören. Oder doch zumindest zu ihr sprechen. Die einzige Chance, den Posten noch zu bekommen, ist der Druck von unten.

Foto: Simon Brinkmann