Als Journalist in Deutschland zu arbeiten, das war bislang immer eine relativ sichere Sache. Im Ranking zur Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen wurde Deutschland bislang als „gut“ eingestuft und im globalen Vergleich landete Deutschland von insgesamt 180 Ländern auf Platz 11. Das hat sich nun geändert. Im vergangenen Jahr fanden mindesten 65 gewalttätige Angriffe gegen Journalisten in Deutschland statt, damit hat sich die Anzahl zum Jahr 2019 verfünffacht. Im Ranking sinkt Deutschland somit zwei Plätze nach unten auf Platz 13 und erreicht nur noch ein „zufriedenstellend“.

Die häufigsten Angriffe fanden im Zusammenhang mit Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen statt. „Journalisten wurden geschlagen, getreten und zu Boden gestoßen, sie wurden bespuckt und bedrängt, beleidigt, bedroht und an der Arbeit gehindert.“, heißt es von der Organisation. Damit das in Zukunft besser verhindert werden kann, schaltet sich nun auch die Bundesregierung ein. Es sollen am Rande von Demonstrationen mehr Schutzräume für Berichterstatter geschaffen und ausgeweitet werden. Außerdem soll auch bei der Polizei der „Schutz von Medienschaffenden“ einen größeren Stellenwert einnehmen. Bereits bestehende Konzepte zum Schutz von Journalisten sollen überarbeitet und verbessert werden. Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer fordert zudem, dass solche Straftaten „mit aller Härte und Konsequenz des Rechtsstaats verfolgt werden“ müssen.