Die Sonne scheint, die Inzidenzen sind niedrig und so strömen Tausende Deutsche an Badeseen, Flüsse oder Lagunen. Was auf den ersten Blick wie eine wiedergewonnene Freiheit erscheint, kann jedoch gefährlich und in manchen Fällen sogar tödlich sein. Insbesondere Erwachsene überschätzen sich im Wasser oft und schwimmen viel zu weit raus. So starben in Mecklenburg-Vorpommern an einem Tag drei Menschen, zwei davon in der Ostsee und in Heilbronn konnte ein Mann auf dem Gelände der früheren Bundesgartenschau nur noch tot geborgen werden. Er war an einer rund drei Meter abfallenden Kante im Wasser untergegangen.

Diese Unfälle für sich genommen sind schon schlimm. Schlimmer wird es aber noch, wenn Eltern ihre Kinder unbeaufsichtigt ins Wasser lassen, da man keine Strömung sehen könne. Zuletzt wurden bei einem Badeunfall im Rhein zwei Kinder vermisst, die nur noch tot geborgen werden konnten.

Insgesamt 18 Tote sind seit dem Beginn der Badesaison bestätigt und es werden immer mehr. Die DLRG sieht das Problem einerseits in der Selbstüberschätzung mancher Schwimmer, kritisiert aber auch die zunehmende Anzahl an Kindern, die nicht schwimmen können. Während der Corona-Krise waren Schwimmbäder geschlossen und zu viele Kinder konnten nicht das Seepferdchen machen. Sie sind damit im Wasser verloren und auf ihre Eltern angewiesen. Geraten sie in einen Strudel, wie sie oft in Küstennähe auftreten, kommt meist jede Hilfe zu spät.

Rettungsschwimmer appellieren daher, nur an bewachen Badestellen ins Wasser zu gehen und dort, wo das Baden nicht erlaubt ist, davon abzusehen. Insbesondere in Kanälen und Flüssen sind die Strömungen stark. Es sind aber nicht nur die Badegäste gefragt, sondern auch die Spaziergänger oder Menschen am Strand. „Geraten Kinder in Not, kippen sie in der Regel nach vorne unter Wasser. Dann sieht man höchstens noch den Hinterkopf“, erklärt Experte Achim Wiese. „Erwachsene kippen eher nach hinten, hier ragt eher die Nase aus dem Wasser.“ Je mehr wir aufeinander aufpassen, desto sicherer wird diese Badesaison.

Foto: Manuel Lapuente