Noch immer hängen in vielen Straßen die großen Wahlplakate der Parteien zur Bundestagswahl. Am Sonntag konnten die Deutschen ihre neue Regierung wählen – und das Ergebnis war knapp. Die SPD gewinnt mit einem leichten Vorsprung gegenüber der CDU.

Doch wem haben eigentlich die jungen Wähler ihre Stimme gegeben?

Im Gegensatz zu den über 60 Jährigen in Deutschland, erreichten die sonst stärkeren Parteien SPD und CDU nur den dritten und vierten Rang mit 15% und 10% bei den Erstwählenden. Im Gegensatz zum gesamten Wahlergebnis, in dem die Linke mit nur 4,9% und drei Direktmandaten gerade mal so in den Bundestag eingezogen ist, erreichte sie dabei sogar 8% der Stimmen. Ähnlich dazu konnte die AfD als Schlusslicht in 7% der Erstwähler Begeisterung für sich wecken. Mit nur einem Prozent Unterschied erreichten überraschenderweise die FDP und die Grünen 23% und 22% in dieser Wählergruppe und gelten damit als Sieger bei den jüngsten Wählern. Dass Klimaschutz einen besonders hohen Stellenwert für junge Erwachsene einnimmt, ist für die meisten nichts neues und damit auch, dass die Grüne fast an der Spitze landet.

Aber wieso wählen so viele junge Leute die FDP?

Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der Partei, nennt als Grund für dieses Ergebnis besonders den Einsatz für die Digitalisierung während der Pandemie. Des Weiteren soll der Kampf der FDP für die Freiheitsrechte eine große Rolle gespielt haben. Neben Bildungsgerechtigkeit soll letztlich außerdem die ausgeprägte Präsenz der Partei in den sozialen Medien den hohen Stimmenanteil bewirkt haben. Bei diesem Ergebnis, sollten die diesjährigen Erstwähler allen Grund zur Freude haben, denn eine bevorstehende Regierung ohne FDP und Grüne bleibt mittlerweile fast sicher ausgeschlossen. Welche Partei dann letztlich die Koalition vervollständigt, bleibt noch abzuwarten, aber beide Fraktionen können sich, egal ob Ampel oder Jamaika, das gemeinsame Regieren trotz vieler Differenzen gut vorstellen.

Foto: Julian Beuter