Der Klimawandel sei eine Bombe, die man entschärfen müsse – Mit diesen Worten begrüßte Boris Johnson die Staats- und Regierungschefs bei der diesjährigen Weltklimakonferenz in Glasgow. Hier beraten Wissenschaftler, Aktivisten und allen voran Politiker über Maßnahmen, um die Erderwärmung zu begrenzen.

Für Angela Merkel ist es die voraussichtlich letzte internationale Konferenz in ihrer Amtszeit. Gemeinsam mit dem amerikanischen und dem französischen Präsidenten wirbt sie hier für einen wirtschaftlich verträglichen Klimaschutz. Das ist allerdings gar nicht so einfach, wenn nicht alle Akteure vor Ort sind. China, der größte CO2 Emittent der Welt, schickte nur eine Delegation zur Konferenz. Ebenso wie der chinesische Präsident ist auch Putin, der russische Präsident, nicht vor Ort. Beide nannten die Corona-Pandemie als Grund, wofür der US-Präsident Joe Biden wenig Verständnis zeigte. Er präsentiert sich auf dem Gipfel als ambitionierter Klimaschützer. Diese Strategie hatte ihm allerdings auf dem G20 Gipfel vor einigen Tagen bereits wenig geholfen. Hier gelang es den weltweit größten Industrienationen nicht, sich auf Ziele zu einigen, welche auf der Klimakonferenz hätten konkretisiert werden können. Diese Enttäuschung bemängelt auch Greta Thunberg. Die Aktivistin ist selbst vor Ort. Für sie kommt auch der beschlossene Plan zum Erhalt der Wälder zu spät. Mehr als 100 Staaten wollen bis 2030 Entwaldung stoppen, darunter überraschenderweise auch Brasilien. In dem Land werden seit langem riesige Flächen an Regenwald gerodet. Auch deshalb bestehen seiten der Aktivisten große Zweifel, ob der brasilianische Präsident Bolsonaro sich tatsächlich an die Vereinbarung halten wird.

Sie hatten mehr gewollt, doch wie schon viele Male vorher, scheitern die Politiker auch auf diesem Gipfel an den verschiedenen Auffassungen davon, was Klimaschutz bedeutet. Sollte die Atomkraft als grüne Energie gelten und bis wann muss der Kohleausstieg erfolgen? Es stehen viele Fragen im Raum, welche in Glasgow keine Antworten finden. Es bleibt daher abzuwarten, mit welchen Erkenntnissen die einzelnen Staats- und Regierungschefs nach Hause kommen werden.

Foto: Leon Oeste